Definitionen und Abgrenzungen:

Underpricing bezeichnet die Preisifferenz zwischen dem Emissionskurs von Aktienerstemissionen und dem ersten Sekundärmarktkurs.

Die wissenschaftliche Literatur unterscheidet dabei zwischen dem ex-ante Underpricing und dem ex-post underpricing. Während unter dem ex-ante underpricing die Differenz zwischem dem erwarteten Sekundärmarktkurs und dem Emissionskurs verstanden wird, bezeichnet das ex-post underpricing die Differenz zwischen dem realisierten ersten Sekundärmarktkurs und dem Emissionskurs.

Synonyme für den Begriff Underpricing sind z.B. Zeichnungsrendite, Emissionsrendite, Overpricing, initial return, raw return, excess return u.a.. Diese Begriffe sind aber nicht äquivalent, da z.B. der Begriff "underpricing" einen informationineffizienten Primärmarkt impliziert, während der Begriff "overpricing" einen informationineffizienten Sekundärmarkt impliziert. Die Begriffe "Zeichnungs- oder Emissionsrendite" verdeutlichen bereits, daß die Preisdifferenz in Relation zu dem Emissionspreis ausgedrückt wird, während die Begriffe "initial, raw oder excess return" lediglich eine Preisdifferenz ungeachtet einer alternativen Anlage implizieren. Insbesondere bei einem Vergleich von empirischen Studien ist auf die Feinheit der Wortwahl und der damit verbundenen Implikation zu achten.

Initial Public Offerings sind Aktienerstemissionen an die Öffentlichkeit, d.h. das erstmalige Anbieten von (neuen) Aktien an ein breites Publikum. Hervorzuheben ist hierbei, daß es sich a) um Aktienemissionen handelt b) diese Aktien einem breiten Publikum öffentlich angeboten werden (da es sich sonst um eine Privatplazierung/Private Placement handelt) und c) Aktien erstmalig angeboten werden. Wären nämlich bereits Aktien der Gesellschaft im Umlauf , so existierte auch bereits ein Marktpreis; außerdem handelte es sich dann um eine Aktienfolgeemission bzw. Seasonal Equity Offering (SEO) im Gegensatz zu einem Initial Public Offering (IPO).

Nach oben